Trauerrede 1×1: Das muss man wissen

Die Trauerrede spielt während der eigentlichen Trauerfeier eine herausragende Rolle, weswegen die Worte mit Bedacht gewählt werden sollten.

Die Tradition der Trauerrede ist lange

Schon in der Antike wurden für herausragende Persönlichkeiten verschiedene Reden gehalten. Teilweise direkt an der Grabstätte, aber auch bei Feierlichkeiten nach der Bestattung. Die Rede diente dazu die Götter wohlgesonnen zu stimmen, und vor allem den lebenden Nachkommen und den Gästen ein gesamtes und positives Bild über die verstorbene Person zu bieten.

Gleichzeitig war und ist die Trauerrede ein wichtiger Bestandteil der individuellen Trauer eines jeden Gastes. Sie fängt den Zuhörer auf, weist ihn auf die vielen guten Eigenschaften des Verstorbenen hin und lässt den Gast der Trauerfeier in Frieden von der Person einen Abschied nehmen. Die Wortwahl und der Inhalt der Trauerrede sind hochsensible Bereiche, welche ausführlich recherchiert und inhaltlich optimal aufeinander abgestimmt werden müssen, um die Atmosphäre der Trauer richtig auszudrücken.

Die Recherche und die Struktur

Wer eine Trauerrede schreiben möchte, der sollte natürlich über die verstorbene Person so gut wie möglich informiert sein. Hierbei hilft es eine Reihe von Gesprächen zu führen. Enge Freunde, Verwandte und Bekannte der verstorbenen Person sind mit Sicherheit der richtige Ansprechpartner und haben reichlich Stoff für eine gute Rede zur Verfügung. Wichtig ist aber auch, dass die wichtigen Personen im Leben des Toten so in die Gestaltung der Trauerrede involviert werden. Das ist für viele Menschen wichtig, denn immerhin wird hier einer nahestehenden Person gedacht die man auch selbst so gut wie möglich in Erinnerung behalten möchte.

Im Fokus der Rede sollten gute Taten stehen, immer in einer Verbindung mit wichtigen charakterlichen Merkmalen. Warum ist dieser Mensch so einzigartig? Was zeichnete ihn und sein Leben aus? Welche Hinterlassenschaften hat er geprägt? Diese Fragen werden in der Rede beantwortet und erzeugen ein gesamtes Bild über das Leben und den Charakter der verstorbenen Persönlichkeit.

Wie bei jeder anderen Rede auch benötigt eine Trauerrede eine eigene Struktur. Die Trauerrede ist ein wichtiger und würdevoller Akt. Auch aus diesem Grund sollten die einzelnen Inhalte aufeinander abgestimmt sein.

Anbei eine kleine Übersicht über eine mögliche Gliederung:

  1. Einleitung: Begrüßung der engsten Angehörigen und aller anderen Zuhörer. Eventuell mit einem einleitenden Trauerspruch.
  2. Als nächstes werden die besonderen Charakteristika des Verstorbenen und seine Leistungen hervorgehoben.
  3. Im Rahmen der Erinnerungen sind Erlebnisse aus dem Alltag der Vergangenheit, vielleicht sogar mit einem kleinen Lächeln unter Tränen ein guter Inhalt. Sie regen zum Nachdenken an und wirken auf die trauernden Personen oftmals befreiend.
  4. Welche Spuren hinterlässt die verstorbene Persönlichkeit? Diese wichtige Antwort muss der Trauerredner liefern.
  5. Das Abschlusswort kann mit einem Zitat, oder einem Gedicht eingeleitet werden und dem Hinweis, dass die Person in unseren Herzen immer weiter leben wird.

Die Formulierung der Inhalte

Eine Trauerrede ist ein Balanceakt und eine höchst anspruchsvolle Vortragsart. Häufig wird der Redner selbst von den Gefühlen übermannt. Es sollte deswegen so formuliert werden, dass keine einschneidenden Erlebnisse zu stark getriggert werden.

Eine Trauerrede hat schlicht zu sein, leicht verständlich und trotzdem sehr einfühlsam. Gerade bei der Begrüßung zeigt sich die Komplexität des Vortrags. Denn hier muss die Trauergemeinde selbst angesprochen werden und wegen der direkten Nähe zum Toten sind die Verwandten natürlich im Vordergrund.

Es ist vielleicht hilfreich diese in die Begrüßung zu integrieren und sie selbst ein paar Worte sagen zu lassen. Das alles kann im Rahmen der Planungen über den Ablauf der Trauerfeier abgesprochen werden.

Für die Menschen ist es wichtig, dass sie ihre Trauer mit Erinnerungen verbinden können und diese auch an konkreten Punkten festmachen dürfen. Die Spuren, welche eine verstorbene Persönlichkeit hinterlässt, können vielfältig sein. Dazu gehören Kinder, aber auch Projekte oder andere Dinge bei denen die Person eine große Leidenschaft und ein hohes Engagement mitbrachten.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.