Sonderurlaub bei Todesfall

Wann gibt es Sonderurlaub bei einem Todesfall

Ein Arbeitnehmer kann einen Sonderurlaub beantragen, sofern eine nahe Angehörige Person verstirbt. Doch wie bei vielen Dingen liegt die Entscheidung über die Genehmigung beim Arbeitgeber. Natürlich wird dieser im Sinne eines gütlichen Einvernehmens darauf achten, den Sonderurlaub zu gewähren. Dennoch ist es ein eindeutiges “kann”, und eben kein “muss”. Es gibt auch hier Ausnahmeregelungen, bei denen ein Arbeitgeber verpflichtet ist, den Sonderurlaub zu bewilligen. Allerdings müssen hierfür eine Reihe von Kriterien erfüllt werden.

Die Nähe der Verwandtschaft ist enorm wichtig

Ein Arbeitgeber kann einen Sonderurlaub gewähren, wenn ein naher Verwandter verstirbt. Der Gesetzgeber, sowie die Arbeitsgerichte sehen die Verwandtschaft des ersten Grades als maßgeblich für das private Leben einer Person an. Wenn also die Ehefrau, die Mutter, Kinder oder der Vater sterben stehen die Chancen auf einen Sonderurlaub sehr gut. Anders sieht es hingegen aus, wenn die Schwiegereltern oder Cousinen versterben. Hier ist der Arbeitgeber in keinem Fall dazu verpflichtet den Sonderurlaub zu gewähren.

Um zu wissen bei welchem Verwandtschaftsgrad der Sonderurlaub möglich ist hilft ein Blick in den Arbeits-, oder den Tarifvertrag. Oftmals ist hier sehr detailliert geregelt in welchen Fällen der Arbeitgeber einen Sonderurlaub bewilligen muss. Trotz der Vorgaben bewilligen Arbeitgeber im Falle der Trauer den Urlaub meist sehr unproblematisch. Es liegt ja auch in ihrem Sinne das Arbeitsverhältnis so wenig wie möglich zu belasten. Ein Sonderurlaub wegen einem Trauerfall gehört hier in den Bereich des “Goodwill” und zeugt von der Fähigkeit des Arbeitgebers auf die emotionalen Umstände eines Trauerfalls beim Mitarbeiter angemessen zu reagieren.

Die Dauer hängt meist von der Betriebsangehörigkeit ab

Der Sonderurlaub wegen eines Trauerfalls ist in der Regel recht kurz und reicht nicht aus, um die Trauer vollständig zu bewältigen. Arbeitgeber haben auch hier wieder viel Spielraum und können nach eigenem Ermessen gestalten. Seitens des Gesetzgebers und in den meisten Tarifverträgen ist eine Mindestdauer festgelegt, welche nicht unterschritten werden darf. Diese hängt stark von der Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters ab. Je länger der Mitarbeiter im Betrieb ist, umso länger ist auch sein Anspruch auf Sonderurlaub.

Sollte die Trauer länger andauern, dann wird es notwendig sein eine Krankschreibung einzuholen. Auch hier zeigen sich die meisten Arbeitgeber sehr kulant und können flexibel reagieren. Die Mindestdauer kann von Branche zu Branche variieren. Denn oftmals sind hier die jeweiligen Tarifverträge entscheidend und müssen vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer entsprechend berücksichtigt werden.

Grundlage und Beantragung

Die Grundlage für den Sonderurlaub bildet der BGB § 616. Hier ist allerdings nur sehr grob festgelegt, wie und wie lange ein Sonderurlaub bewilligt werden muss. Für Angestellte im öffentlichen Dienst und für Beamte liegt die Dauer bei zwei Tagen. Diese zwei Tage dienen auch anderen Tarifverträgen als Richtschnur, meistens im Bereich der noch nicht lange im Betrieb beschäftigten Personen.

Abweichende Vereinbarungen können getroffen werden, wobei diese zwei Tage auf keinen Fall unterschritten werden sollten da ansonsten eventuell Rechtsansprüche bestehen. Die Beantragung kann, je nach Betrieb, formlos oder schriftlich und auch kurzfristig erfolgen. Entscheidend hierfür sind die Regelungen im Arbeitsvertrag, sowie die innerbetrieblichen Vorgaben des Arbeitgebers.

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