Kurz erklärt: Die 4 Phasen der Trauer

Trauer bedeutet den Eintritt in eine komplexe, schmerzhafte Lebensphase. An dessen Ende der Anfang neuen Lebens steht.

Erfahrung, Bewältigung, Neuanfang

Der Verlust eines geliebten Menschen oder eines Tieres stellt für die meisten Menschen eine mitunter extreme, oftmals plötzliche seelische Belastung dar. Eine Belastung, die nur durch einen Prozess gelindert werden kann, welcher mehrere Monate, mitunter Jahr andauern kann. Wobei jeder Mensch unterschiedlich auf die folgenden Phasen reagiert. Womit sich wieder einmal bestätigt findet, dass jeder Mensch, so individuell er eben geartet ist, seine ganz persönliche Art der Trauerbewältigung zu durchlaufen hat.

Trauer bedeutet jedoch immer, dass damit Akzeptanz und das sich beschäftigen mit dem Verlust in einem individuellen zeitlichen Rahmen erfolgt. Um am Ende dieses Prozesses als ein Mensch hervorzugehen, aus dem die Erfahrung, vor allem aber das Bewältigen der Trauer, einen neuen stärkeren Menschen hat entstehen lassen.

Phase 1 – Die akute Belastungssituation

Selbst wenn sich der Verlust eines geliebten Menschen oder eines Tieres abgezeichnet hat, bedeutet der eintretende Schock ein zumeist lähmendes Ereignis. In dieser Situation reagieren Menschen auf die unterschiedlichste Art und Weise. Die scheinbare Unfähigkeit sich mit dem nicht mehr Vorhanden-Seins eines Menschen abzufinden, wechselt sich ab mit einem Gefühl der Hilflosigkeit.

Gefolgt von einer Zeit der Taubheit, die sich anscheinend des gesamten Seins bemächtigt hat. So negativ dies auch klingen mag. Diese Art der Taubheit, die unweigerlich folgt, sorgt dafür dass das Gefühl der Trauer nicht übermächtig wird. Eine Art Schutzmantel, eine schützende Hülle umgeht den Menschen, der den Verlust erlitten hat.

Phase 2 – Im Wechselbad der Gefühle

Niedergeschlagenheit, Wut wechseln sich häufig mit dem Gefühl der Sinnlosigkeit ab. Die Frage nach dem Wieso und Warum lässt sich partout nicht beantworten. Die Folgen sind Schlaflosigkeit, Verlust des Appetits und Desorientierung. Diese Phase, so intensiv sie auch ist, stellt den aktivsten Teil der Trauerbewältigung dar. Weshalb es auch als solches gesehen und akzeptiert werden sollte.

Die Dauer dieser Phase hängt von der individuellen Intensität ab, mit welcher man sich dem Warum und Wieso beschäftigt. Unabhängig von der Tatsache das, selbst beim Finden einer Antwort, keine Befriedigung erfahren werden kann, kommt diesem Teil enorme Bedeutung zu. Bedingt durch den hohen Energieaufwand, der sich durch das ständige Beschäftigen nach dem Warum und Wieso ergibt, findet (nach und nach) ein schrittweises Loslassen statt.

Phase 3 – Heilung setzt ein

Wie bei jeder Wunde, die ein Mensch erlitten hat, stellt Zeit einen wesentlichen Faktor dar. Wobei es hier ebenso als individuell angesehen werden muss, wie lange diese Wunde benötigt, um zu heilen. Nach wie vor, schmerzt sie. Benötigt “Medizin” in welcher Form auch immer. Die Wunde möchte, je nach Fortschritt, betrachtet und neu versorgt werden. Erste Anzeichen des nach vorne Schauens machen sich bemerkbar. Das eigene Leben “danach” gewinnt wieder an Schärfe. Die Akzeptanz über den ohnehin unabänderlichen Verlust gewinnt Kontur.

Phase 4 – Hinwendung zu sich selbst

Die in der vorhergegangenen Phase eingesetzt Akzeptanz beginnt sich zu manifestieren. Das eigene Selbst gewinnt dadurch wieder an Bedeutung. Der Blick nach vorne, in die eigene Zukunft gewinnt an Schärfe. Damit einhergehend, wird oftmals ein neues Lebensmodell angedacht und in die Praxis umgesetzt. Sinnhaftigkeit und Werte neu definiert. Das Gefühl des Verlustes, zwar nach wie vor vorhanden, wird schwächer durch die Gewissheit, dass der Mensch dessen man verlustig geworden ist, zu einem Teil seines eigenen Inneren wurde.

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